Rechtliche Herausforderungen und Rahmenbedingungen im Umgang mit Bildern in wissenschaftlichen Veröffentlichungspraktiken

29. September 2016 | 16.30 bis 18.00 Uhr | Gästehaus der Universität Hamburg

Die visuelle Mediatisierung der Alltagswelt ist ein wichtiges Forschungsfeld der Visuellen Kommunikations­forschung. Gleichzeitig ist auch Wissenschaft selbst vom Prozess der Visualisierung erfasst. Bilder sind zum einen Objekt theoretischer Reflexionen und empirischer Studien, zum anderen aber auch visuelles Medium der wissen­schaftlichen Kommunikation. Gerade im Distributionsprozess wissenschaftlichen Wissens werfen die Kommuni­kation über Bilder sowie die Kommunikation durch Bilder neue Fragen auf, welche die Kommunikationswissen­schaft und insbesondere die Forschungsgebiete Visuelle Kommunikation und Wissenschaftskommunikation betreffen.
Unabhängig davon, ob Forscher_innen Bilder und andere visuelle Elemente in ihren Analysen als Analysegegen­stand, Stimuli oder Anschauungsbeispiele in Veröffentlichungen einsetzen, ist eine ausreichende Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen für den adäquaten Umgang mit Bildern notwendig. Gerade für die Visuelle Kommunikationsforschung ist es wichtig, Bilder in ihren unterschiedlichen Funktionen für den Forschungs­prozess auch zu zeigen. Direkt an die Frage, welche Bilder und wie Bilder in Publikationen gezeigt werden sollen und können, schließt die Frage nach den rechtlichen Rahmenbedingungen dieser Veröffentlichungen an. Hier bestehen aktuell, wie Diskussionen mit Forscher_innen der Kommunikations- und Medienwissenschaft immer wieder vor Augen führen, deutliche Unsicherheiten, aus denen weitgehend bilderlose wissenschaftliche Publi­kationen resultieren – mit dramatischen Implikationen für u. a. Transparenz, Replizierbarkeit, Wissensvermitt­lung.
Im Workshop „Bilder zeigen?“ werden deshalb rechtliche Aspekte der Verwendung von Bildern in wissenschaft­lichen Kontexten erläutert und die daraus entstehenden Herausforderungen diskutiert:

  • Welche gesetzlichen Grundlagen gilt es im (kommunikations-)wissenschaftlichen Umgang mit (Medien-)Bildern generell zu beachten? Welche gesetzlichen Grundlagen sind generell in welchen Kontexten relevant (Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, Fair Use, Creative Commons, Bildzitat)? Unter welchen Bedingungen ist die Präsentation und Publikation von Bildern von der Zitierfreiheit gedeckt? Welche Voraussetzungen müssen dafür beachtet werden?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich durch digitale Medien und digitale Publikationspraktiken (beispielsweise durch Online-Veröffentlichungen, Open Access, Verweise in Social Media)?
  • Wie dürfen und sollten Bilder und Visualisierungen in Präsentationen auf Tagungen, Workshops oder in weiteren Vortragsformaten verwendet werden?

Einen Input zu den rechtlichen Rahmenbedingungen wird Louisa Specht (Universität zu Köln) geben, die Moderation übernehmen Cornelia Brantner (Technische Universität Dresden) und Katharina Lobinger (USI – Università della Svizzera italiana).

Louisa Specht
Louisa Specht
Katharina Lobinger
Katharina Lobinger
Cornelia Brantner
Cornelia Brantner
Der Workshop findet am 29. September 2016 von 16.30 bis 18.00 Uhr im Rahmen der Tagung „Körperbilder – Körperpraktiken“ im Gästehaus der Universität Hamburg (Rothenbaumchaussee 34) statt – mit freundlicher Unterstützung des Frauenförderfonds der Universität Hamburg. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen, eine Anmeldung zur Tagung ist dafür nicht notwendig. Bei Interesse bitten wir jedoch um eine Rückmeldung per E-Mail (koerperbilder@uni-hamburg.de) bzw. über das folgende Formular:

 

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